Am Sonntag, den 7. März 2010 19:15 Uhr sendet Arte ein Konzert von Rafal Blechacz. Die Sendung zeigt ein umjubeltes Konzert, das Blechacz im vergangenen Herbst in Hamburg gab.
Frédéric Chopins 200. Geburtstag und kein Ende. Wozu auch? Hat der Komponist doch ein unerschöpfliches Werk hinterlassen, das herausragende Pianisten in Scharen anzieht. Einer von ihnen ist Rafal Blechacz – nicht wenige halten den Mitt-20er für den herausragenden Chopin-Interpreten unserer Tage. Die Sendung zeigt ein umjubeltes Konzert, das Blechacz im vergangenen Herbst in Hamburg gab. Kein virtuoses Tasten-Gedonnere – Blechacz’ Chopin glüht von innen. Höhepunkt des Konzerts: Die Polonaise-Fantasie As-Dur op. 61, eine Herausforderung für jeden Pianisten.
Glenn Gould ist nicht nur durch seine Einspielungen der Goldbergvariationen berühmt geworden, auch seine extravagante Art am Klavier zu sitzen hat ihn zu einem Unikat gemacht.
Er saß auf einem Stuhl, der höhenverstellbar von 35 auf 45 cm war. Der Stuhl wurde von seinem Vater gebaut, der erläutert:
Ich versuchte was ziemlich Leichtes an Klappstuhl aufzutreiben und dann von jedem Bein etwas abzusägen, ich machte mir eine Messingklammer, die um jedes Bein herum ging und schraubte sie daran fest, und dann schweißte ich die Hälfte einer Spannschraube an jede Klammer, so dass jedes Bein einzeln eingestellt werden konnte.
Dieser besonderen Stuhl steht heute in der Library of Toronto. Der italienische Möbelhersteller Cazzaro hat sich die Exklusivrechte zur Produktion dieses Stuhls als originalgetreue Replik weltweit gesichert.Der Glenn Gould Stuhl, bzw. seine Nachbildung ist erhältlich bei glenngould-chair.com.
Friedrich Gulda spielt eine verjazzte Version von Light my Fire. Light my Fire war ein populärer Song von den den Doors, einer einzigartigen Band mit Jim Morrison als Sänger.
In diesem Artikel möchte ich einen bekannten, russischen Pianisten ehren. Sein Name war Sviatoslav Richter. 1915 wurde er geboren. Im Gegensatz zu vielen anderen Pianisten brachte er sich das Klavier spielen selbst autodidaktisch bei, er erhielt erst im Alter von 22 Jahren Unterricht bei Heinrich Neuhaus am Moskauer Konservatorium. Einer seiner Kommilitonen war Emil Gilels.
In Moskau lernt er den Komponisten Sergej Prokofjew kennen, dessen 6. Sonate er 1942 zur Uraufführung brachte. Später folgten noch die 7. und 9. Sonate, die dem legendären Pianisten Richter gewidmet wurde.
Sein Debüt gab er am 19. Oktober 1960 in der Carnegie Hall in New York. Es folgten Auftritte in Europa, 1971 in Deutschland.
Richters Gedächtnis ist phänomenal. Er konnte fast die gesamte Klavierliteratur auswendig spielen. Seine Schallplattenaufnahmen sind legendär.
1997 stirbt Richter in Moskau.
Die Dokumentation “Sviatoslav Richter – The Enigma” auf DVD umfasst seine Biografie und sein Leben als Pianist. Es werden Konzertaussschnitte von Richters Spiel gezeigt. Am Ende des Films sagt Richter, dass er fast überall gespielt hatte, glücklich war er jedoch nicht.
Für mich bleibt er der legendäre Pianist. Sein Spiel ist außerordentlich Kraftvoll, seine Virtuosität ist brilliant und sein Klavierspiel ist einzigartig. Ich kenne keinen anderen Pianisten, der mit solcher prächtigen Kraft spielt. Überzeugt euch selbst von diesem Video.
Eigentlich wollte ich diesen Artikel nicht mit seinem Namen verbinden, aber ich habe mich doch entschieden, es zu tun. Robert Schumann litt an einer schweren psychischen Krankheit. Es ist umstritten, ob er eine Schizophrenie gehabt hatte, am häufigsten wird ihm eine manische Depression zugeschrieben. Doch in wiefern stehen psychische Krankheiten mit Kreativität und Genie im Zusammenhang?
Auch Wolfgang Amadeus Mozart konnte kaum still sitzen, musste bei Hofe eine unangemessene Ausdrucksweise wähen. So unterzeichnete er in einem Brief mit dem Ausdruck “Herzlichst Ihr Süssmaier Scheißdreck”. Forscher lassen vermuten, dass er am Tourette-Syndrom litt. Einer Krankheit, die durch unkontrollierbare Tics und Zwänge gekennzeichnet ist.
Im Gehirn befindet sich ein Botenstoff, nämlich “Dopamin”. Er ist dafür zuständig, dass Signale weitergeleitet werden. Je mehr Dopamin vorhanden ist, desto mehr Assoziationskraft steckt in uns. Ist dieser Stoff im Gehirn übermäßig aktiv, so ist man kreativ. Zuviel davon kann allerdings schaden. Interessant in diesem Zusammenhang ist folgendes BBC Video, das einen Pianisten vorstellt, der am Tourette-Syndrom leidet. Man geht davon das, dass beim Tourette-Syndrom, sowie bei Depressionen und Schizophrenie, ein Unangleichgewicht an Botenstoffen vorhanden ist. Nick van Bloss ist jedenfalls ein Genie am Klavier.
Statistisch gesehen erkranken Schriftsteller, Künstler und Musiker überdurchschnittlich an Depressionen. Besonders die Cyclothymie – eine manische-depressive Erkankung – überfallt sie häufiger.
Es hört sich so an, als sei Dopamin eine Wunderdroge, die uns zu mehr Kreativität verleiten kann. Doch ein Überschuss davon kann uns krank machen. So stellt sich die Frage, inwiefern und ob Komponisten, die eine psychische Erkrankung hatten, ihre Werke überhaupt komponieren konnten. Sind Genie und Wahnsinn wirklich so eng beieinander?
Wer sie noch nicht kennt, der muss sie unbedingt kennen lernen. Sie sind das witzigste Duo, das ich je gesehen habe. Besetzt ist das Duo durch den russischen Violinisten Aleksey Igudesman und den koreanischen Pianisten Richard Hyung-ki Joo. Sie kombinieren klassische Musik mit einer unpassenden, aber witzigen Art und bringen den Zuhörer zum lachen.
Bei Youtube gibt es zahlreiche weitere Videos: Igudesman & Joo
Wie ich eben auf Welt Online über den großen Klavier-Schwindel gelesen habe, hat die britische Pianistin Joyce Hatto ihre Einspielungen nicht alle selbst aufgenommen. Der Erfolg ihrer 120 CDs (seit 1989) wurde von den internationalen Musikkritikern hochgelobt, doch der Schwindel flog ein paar Monate nach ihrem Tod im Jahre 2006 auf.
So wurden Einspielungen von Andsnes, Ashkenasy, Bronfman, Hamelin Kissin und Ingrid Haebler elektronisch aufgefrischt und als Hatto-Aufnahmen erfolgreich vermarktet. Ende Februar 2007 gestand der Ehemann, die Aufnahmen fremder Pianisten unter dem Namen seiner Frau veröffentlicht zu haben. Sie habe von der Aktion ihres Mannes nichts gewusst.
Der chineische Pianist muss zwei Konzerte in der Schweiz verschieben, weil er sich eine Entzündung am rechten Zeigefinder zugezogen hat. Die Termine vom 12. Februar in Bern und 14. Februar in Genf sind verschoben worden, obwohl der Pianist in Zürich am 7. Februar noch konzertiert hat.
Die Entzündung braucht etwa eine einwöchige Pause, um wieder zu verheilen. Ersatztermine stehen fest. Das Konzert in Bern findet am Samstag, den 26. Juni 2010 im Kultur-Casino statt, das Konzert in der Genfer Victoria Hall am 27. Juni 2010. Die Karten bleiben gültig oder können zurückgegeben werden.
Heinrich Neuhaus, Lehrer von Sviatoslav Richter, Emil Gilels und anderer bedeutender russischer Pianisten, führt den Leser in die tiefsten Geheimnisse der Kunst des Klavierspiels ein.
Dieses Buch geht dabei weit über die Lösung technischer Probleme hinaus. Von Anfang an verlangt Neuhaus vom Schüler die Vervollkommnung des musikalischen Ausdrucks anzustreben:
„Die Arbeit am künstlerischen Bild muss gleichzeitig mit dem Anfangsunterricht des Klavierspiels und mit dem Erlernen der Noten beginnen. Ich will damit sagen: Wenn ein Kind irgendeine ganz einfache Melodie wiedergeben kann, ist es notwendig zu erreichen, dass dieser ursprüngliche „Vortrag” ausdrucksvoll ist, das heißt, dass der Charakter der Wiedergabe genau dem Charakter (dem „Inhalt”) der betreffenden Melodie entspricht; zu diesem Zweck empfiehlt es sich besonders, Volksmelodien zu benutzen, in denen der emotional-poetische Kern viel stärker hervortritt als selbst in den besseren Unterrichtswerken für Kinder. Man muss vom Kind möglichst früh verlangen, dass es eine traurige Melodie traurig, eine muntere munter, eine feierliche feierlich spielt usw. und seine künstlerisch-musikalische Absicht klar ausdrücken kann.” (S.3)
Ein Klassiker, den es sich unbedingt zu lesen lohnt.
Der in Düsseldorf lebende Professor für Klavier der Folkwang-Universität Duisburg Boris Bloch spielt am Donnerstag, den 18. Februar 2010 um 19:30 Uhr im Steinway-Haus Düsseldorf und weiht somit den neuen Rachmaninoff-Saal ein. Nach dem Konzert wird um Spenden für den hiesigen Musikkindergarten gebeten.