Eine beliebte Diskussion ist die Frage nach dem Unterschied zwischen einem echten Klavier und einem E-Piano, bzw. Digitalpiano. Zumeist liegt das Visier des Käufers beim E-Piano, weil es allein preislich viel günstiger zu erwirtschaften ist. Doch taugen diese Geräte wirklich und ist das Spielgefühl einem wirklichen Klavier, gar einem Flügel, gleich?
Man muss sich folgendes klar machen: Das E-Piano ist nur eine Kopie eines Klaviers. Dabei werden bei einem E-Piano alle Töne eines Flügels mit verschiedener Anschlagsdynamik (je nachdem wie teuer das Gerät ist) gesampelt und dann über Lautsprecher wiedergegeben. Und hier wären wir schon beim ersten Nachteil eines E-Pianos. Die Lautsprecher sind meistens qualitativ schlecht, weshalb gute Stereoboxen Voraussetzung für einen klaviernahen Klang wären.
Das E-Piano hat jedoch auch seine Vorteile. Es ist platzsparend, leichter transportabel und muss nicht gestimmt werden. Man muss sich gut überlegen, ob man 50-100 Euro für eine Klavierstimmung im Jahr ausgeben will oder es doch lieber sein lässt. Desweiteren muss man seine Nachbarn nicht belästigen, man kann sich einfach Kopfhörer aufsetzen und schon kann man im stillen Kämmerlein musizieren.
Das Problem bei E-Pianos ist jedoch folgendes. Es klingt immer gut! Was keineswegs ein Vorteil ist. Bei einem konventionellen Klavier muss man durch verschiedene Anschlagsarten und Techniken erst herausfinden, wie man einen perfekt klingeden Ton in einem Musikstück erreicht. Beim E-Piano klingt der Ton bereits gut, egal wie man ihn anschlägt. Das kann massive Probleme bei der Umstellung von einem E-Piano zu einem Klavier mit sich bringen.
Außerdem ist es nahezu unmöglich ein echtes Klavier elektronisch zu imitieren. Nur die teuren Geräte, die preislich bereits bei einem echten Klavier liegen, können das. Das liegt daran, dass die Hämmerchen bei einem E-Piano nicht dieselben sind, wie bei einem Klavier. Es ist also nur sehr schwer möglich, das gleiche Spielgefühl herzustellen. Feinheiten oder Spieltechniken können ebenfalls nur am Klavier erprobt werden.
Allein schon wegen der Unmöglichkeit eine Geläufigkeit bei E-Pianos zu finden, sollte der fortgeschrittene Klavierspieler lieber zu einem konventionellen Klavier greifen, auch wenn es teurer ist. Für Anfänger, die zuerst Noten erlernen müssen, reicht ein E-Piano vollkommen aus. Allerdings sei gewarnt, dass die Spielfreude bei einem E-Piano nach zwei, drei Jahren verloren geht. Naturklang ist eben doch besser.
Gebrauchte Klaviere sollte man am Besten von Klavierbauern oder Klavierherstellern kaufen, weil man beim Privatkauf vieles falsch machen kann. Das passende Instrument sollte am Besten durch Ausprobieren gefunden werden. Bevor man sich für ein E-Piano entscheidet, sollte man auch ein echtes Klavier ausprobiert haben. Man sollte auch beachten, dass bei E-Pianos stets neue Modelle auf den Markt treten. Das ist bei einem Klavier nicht so.
Was besser oder schlechter ist, ist eine subjektive Entscheidung des Käufers. Ich rate daher eher zu einem gebrauchten Klavier für gutes Geld, gekauft bei einem Klavierbauer, der sich damit auskennt, statt zu einem E-Piano. Auch wenn man einmal im Jahr 50-100 Euro für die Stimmung ausgeben muss, aber umgerechnet aufs Jahr sind 4 bis 9 Euro ein Peanuts.
3.02.2010