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Das Pedal

In der Romantik wird das Pedalspiel (rechtes Pedal) zunehmend genutzt. Doch der falsche Pedaleinsatz kann der Musik schaden. Sie kann dann schwammig klingen, wenn man zuviel Pedal benutzt.

Wenn das Pedal getreten wird, lösen sich die Dämpfer von den Saiten des Klaviers, sodass sie frei schwingen können. So wird das Pedalspiel oft dazu genutzt, die Resonanz zu verstärken oder dass die Töne weiter erklingen. So stellt sich die Frage: Wieviel Pedal ist angemessen?

Vor und Danach

Es gibt zwei unterschiedliche Arten, das Pedal zu treten. Entweder vor dem angeschlagenen Ton oder den angeschlagenen Akkorden, oder nach den angeschlagenen Tönen. Falls das Pedal vor den angeschlagenen Tönen genutzt wird, schwingen alle Saiten, sobald der Ton angeschlagen wurde, etwas mit. Bei dem Pedalspiel nach dem Anschlagen der Töne, schwingen die anderen Töne nicht mit. So kann man das Fazit daraus ziehen, dass das saubere Spiel meistens dann stattfinden, wenn das Pedal nach den angeschlagenen Tönen getreten wird.

Das Treten des Pedals

Auch ist es wichtig, das Pedal geräuschlos zu treten, sodass keine Nebengeräusche entstehen. Die Ferse bleibt am Boden, während der Fußballen auf dem Pedal liegt.

Pedal bei Bach

Bachs Musik und auch die Musik des Barocks lebt vor allem durch Artikulation. Glenn Gould zum Beipiel spielt Bach ohne Pedal. Da Bach selbst das Pedalspiel nicht kannte und seine Kompositionen insbesondere dem Cembalo galten, ist zu viel Pedal bei Bachs Musik unangemessen.

Bachs Musik ist vor allem durch die Transparenz der harmonischen Struktur so besonders. Das Pedal sollte eher zur Betonung eines Moments dienen, nicht zur harmonischen Verschmierung. Und wenn Bach das Pedal überhaupt benutzt hatte, dann war es bei der Orgel. Drei Pedale am Klavier sind dann doch zu wenig.

3.03.2010

Schwierigkeitsgrade von Klavierstücken

Es ist immer so eine Sache, wenn man Musik bewerten will. Kann Musik überhaupt bewerten? Ist ein Stück unbedingt besser als ein anderes? Ähnlich sieht es mit der Bewertung von Schwierigkeitsgeraden, bzw. Schwierigkeitsstufen von Klavierwerken aus. Es ist nun mal alles nur subjektiv gesehen.

Eine Liste gibt es unter folgender Adresse: piano-e-forte.de. Die Liste zeigt zwar nicht alle möglichen Werke an, ist aber ein guter Bezugspunkt für bekanntere Werke. Die Suche beschränkt sich leider nur auf den Komponisten. Doch trotzdem ist es eine feine Sache.

Eine andere Liste gibt es nicht im Internet, jedoch in dem Buch “Handbuch der Klavierliteratur – Klaviermusik zu zwei Händen“. Das Buch zeigt nicht nur die Schwierigkeitsgerade der jeweiligen Stücke an, sondern ist noch eine Begleitinformation zu Etüden, Klavierschulen. Es bespricht auch weitere Informationen zu den Werken wie z. B. die Entstehung der Werke und Bezüge zu anderen Werken.

Trotz allem kann man meiner Meinung nach Klavierliteratur nicht nach ihrem Schwierigkeitsgrad bemessen. Jeder Klavierspieler oder Pianist muss selbst damit klar kommen, seine Hürden zu meistern.

26.02.2010

Tipps zum Vom-Blatt-Spielen (Prima-Vista)

Das Prima-Vista-Spiel, kommt aus dem italienischen und heißt »Beim-Ersten-Sehen«. Es ist sehr nützlich, um neue Klavierliteratur schneller zu erlernen, deswegen habe ich ein paar Tipps zusammengetragen, wie man anfangen und weiter fortschreiten kann.

Wie fängt man mit dem Vom-Blatt-Spielen an?

Es reicht, dass man sich ein Heft kauft, das nicht allzu schwere Stücke beinhaltet. Mein Tipp wäre da die Russische Klavier Schule Band 1 und die Russische Klavierschule Band 2. Für den Anfang reicht Band 1 vollkommen aus. Man sucht sich ein Stück aus und fängt erstmal nicht an zu spielen. Warum?

Aufbau und Struktur

Weil man sich erst anschaut wie das Stück aufgebaut ist. Man sollte sich hierbei ruhig eine Minute Zeit lassen. Dabei beachtet man folgende Faktoren:

  • Welche Vorzeichen hat das Stück?
  • Wie sieht die Struktur aus (A – B – A)?
  • Welche Bezeichnungen gibt es in Punkto Dynamik, Tempo und Artikulation?
  • Wo finden sich heikle Stellen?

Noten Lesen

Als nächsten Schritt geht man durch die Noten durch. Das Unterbewusstsein wirkt dabei mit, man prägt sich unbewusst die Noten ein. Erst jetzt fängt man an zu spielen.

Während des Spiels

Während des Spiels versucht man im Voraus zu denken. Man liest sowohl die aktuelle Stelle mit, als auch das, was danach kommen wird. Sofern man einen Fehler gemacht hat, wiederholt man sich nicht, sondern versucht durch die Fehler hindurchzuspielen und im Tempo zu bleiben.

Der Rückblick

Erst jetzt, wenn man Ende des Stücks angekommen ist, kann man sich einen Rückblick verschaffen. Wo waren Stellen, die nicht geklappt haben? Habe ich alle musikalische Vortragsbezeichnungen beachtet? Sofern etwas einem nicht gelungen ist, wiederholt man das Prima-Vista-Spiel mit dem gleichen Stück und konzentriert sich besonders auf die Stellen, die nicht geklappt haben.

Prima-Vista-Spieler haben oft das Problem, vor jemanden Vom-Blatt zu spielen. Das muss auch geübt werden. Nach dem fünften oder sechsten Mal klappt es dann plötzlich wie Wunderhand. Es gilt mal wieder: Übung macht den Meister!

23.02.2010

Hanon – Der Klaviervirtuose – Wie nützlich ist er?

Das Heft beinhaltet Übungen zur Fingerfertigkeit. Hanon Charles Louis hat sie in seinem Notenbuch “Der Klaviervirtuose” zusammengetragen. Doch wie nützlich sind diese Übungen?

Viele sagen, es ist Zeitverschwendung. Andere klagen darüber, dass sie Schmerzen in den Händen davon bekommen. Wiederum andere sagen, dass diese stupiden Übungen der Musikalität schaden, weil sie sehr einfach gestrickt sind.

Doch es gibt auch positive Aspekte, wenn man Hanons Übungen macht. Man lernt, Fingerkombinationen zu nutzen. Diese sind besonders für Bachs Werke von Bedeutung. Durch das Erlernen dieser Fingerkombinationen fällt es leichter später darauf zuzugreifen.

Weiterhin wird der schwache vierte und fünfte Finger trainiert. Wer mal die Figur C – E – G – A – G – A – G – E wiederholt mit dem Fingersatz 1 – 2 – 4 – 5 – 4 – 5 – 4 – 2 spielt, wird merken, dass es bei dem vierten und fünften Finger hackt. Hanon trainiert diese Finger.

Trotz allem sollte man diese Übungen nicht übertreiben. Es gibt haufenweise andere Stücke und Etüden, an denen man seine Fingerfertigkeit üben kann.

21.02.2010

Mentales Training für Musiker

Dieses Buch beschäftigt sich mit dem Mentalen Training. Wie ich bereits im Artikel Mentales Üben am Klavier deutlich gemacht, wie man an das mentale Üben rangeht, wirft dieses Buch noch weitere Aspekte auf. Hier der Klappentext:

Was bei Sportlern schon seit langem wie selbstverständlich zum Training gehört, setzt sich bei Musikern erst langsam durch: Mentales Training als ein Weg zum konzentrierten Üben und Lernen von Bewegungen, Klängen und Rhythmen. Renate Klöppel, die erfahrene Ärztin und Musiklehrerin, hat ihre Erfahrungen mit dem Mentalen Training in einem leicht verständlichen und praktisch gut nutzbaren Buch zusammengestellt. Zwei gleichberechtigte Schwerpunkte hat es: zum einen die Darstellung von Mentalem Training als neue Übetechnik zum leichten und sicheren Lernen von Musizierbewegungen und komplexen musikalischen wie rhythmischen Sachverhalten, zum anderen den Abbau von Vorspielängsten mit dem Ziel, Sicherheit und Selbstvertrauen in Prüfungs- und Konzertsituationen zu erlangen. Musikern aller Instrumente und Sängern ist mit diesem Buch eine gute Anleitung an die Hand gegeben, wie man sich schon im Vorfeld von “kritischen” Auftritten mit seinen eigenen Ängsten und Befürchtungen auseinandersetzen kann. Es sollte seinen festen Platz nahe dem Notenregal finden.

20.02.2010

Rückenschmerzen beim Klavier spielen

Es gibt einen einfachen Trick, um beim Üben gegen Rückenschmerzen vorzubeugen. Man kann einfach zwei Bücher unter die hinteren Stuhlbeine stellen, sodass das die Klavierbank etwas geneigt ist. Wie es gemeint ist, ist auf dem Bild rechts abgebildet. Dadurch wird die Wirbelsäule entlastet.

Solche rückenergonomische Stühle, die man individuell einstellen kann, können auch gekauft werden, allerdings ist der Preis sehr hoch. Zwei Bücher sind da preislich gesehen ein großer Unterschied.

Eine andere Ursache für Rückenschmerzen am Klavier, ist die falsche Sitzhaltung. Siehe dazu den Artikel Die richtige Haltung am Klavier.

18.02.2010

Das Klavier zum Singen bringen

Da Musik allgemein dem Singen entspringt, stellt sich häufig die Frage, wie man ein Klavier zum Singen bringen kann. Anders, als bei anderen Instrumenten, etwa Streicher- oder Bläserinstrumenten, kann man den Ton am Klavier nur wenig manipulieren. Sobald der Ton angeschlagen ist, kann man ihn nicht mehr verändern.

Die ganze Problematik ist aber wieder nur Kopfsache. Wenn man sich eine Melodie innerlich gesanglich vorstellen kann, fällt es meist nicht mehr schwer gesanglich auf dem Klavier zu spielen, es sei denn, man kann seine Vorstellung vom Klang nicht umsetzen.

Deswegen ist es besonders hilfreich einfach die Melodie mitzusingen, um sich eine Vorstellung zu machen, wie die Melodie klingen soll. Wenn man anders denkt, spielt man auch anders. Später kann man die Melodie innerlich mitsingen, also ohne den Mund aufzumachen. Doch man sollte auch beachten, dass während der Ton schon erklungen ist, man ihn immer noch imaginär im Kopf manipulieren kann.

Einen weichen Ton bekommt man, wenn man leise spielt. Hier ist auch noch ein entscheidender Punkt zu beachten: Wenn ein Ton leise erklingt, kommt er dem Zuhörer länger vor, als wenn man ihn laut anschlägt. Das ist deswegen so, weil ein lauter Ton schneller verklingt.

Wichtig ist auch, die Melodie von den Begleitstimmen zu trennen. Die Melodie muss einen deutlichen, tragenden Charakter haben und sich vom Rest absetzen.

Wie man ein Klavier zum Singen bringt, beschreibt auch der Pianist Garrick Ohlsson in seinem Artikel: How to Make a Piano Sing.

17.02.2010

Der 5-Minutentrick

Wer sich selbst nicht zum Klavierspielen motivieren kann, der sollte mal einen Trick versuchen, den ich im Blog von Dietmar Galb gefunden habe. Es gibt manchmal Phasen, da hat man gar nicht das Bedürfnis Klavier zu spielen, obwohl man es vom Lehrer aufbekommen hat. Der Trick ist wie gefolgt beschrieben.

Man setzt sich für 5 Minuten an das Klavier, mit dem Ziel sich in eine Übung richtig zu vertiefen. Sollte der 5-Minuten Trick gelingen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass aus den fünf Minuten eine längere Zeitspanne wird. Gelingt dieser Trick nicht, sollte man den Trick an einem anderen Zeitpunkt am selben Tag versuchen.

Durch die fünf Minuten nimmt man sich den Druck weg. Man hat somit ein kleineres Ziel vor den Augen, das machbar ist. Dieser Trick richtet sich wahrscheinlich mehr an die Amateure und Fortgeschrittenen, da ein engagierter Klavierspieler bestimmt mehr als fünf Minuten am Klavier verbringt.

15.02.2010

Heinrich Neuhaus: Die Kunst des Klavierspiels

Heinrich Neuhaus, Lehrer von Sviatoslav Richter, Emil Gilels und anderer bedeutender russischer Pianisten, führt den Leser in die tiefsten Geheimnisse der Kunst des Klavierspiels ein.

Dieses Buch geht dabei weit über die Lösung technischer Probleme hinaus. Von Anfang an verlangt Neuhaus vom Schüler die Vervollkommnung des musikalischen Ausdrucks anzustreben:

„Die Arbeit am künstlerischen Bild muss gleichzeitig mit dem Anfangsunterricht des Klavierspiels und mit dem Erlernen der Noten beginnen. Ich will damit sagen: Wenn ein Kind irgendeine ganz einfache Melodie wiedergeben kann, ist es notwendig zu erreichen, dass dieser ursprüngliche „Vortrag” ausdrucksvoll ist, das heißt, dass der Charakter der Wiedergabe genau dem Charakter (dem „Inhalt”) der betreffenden Melodie entspricht; zu diesem Zweck empfiehlt es sich besonders, Volksmelodien zu benutzen, in denen der emotional-poetische Kern viel stärker hervortritt als selbst in den besseren Unterrichtswerken für Kinder. Man muss vom Kind möglichst früh verlangen, dass es eine traurige Melodie traurig, eine muntere munter, eine feierliche feierlich spielt usw. und seine künstlerisch-musikalische Absicht klar ausdrücken kann.” (S.3)

Ein Klassiker, den es sich unbedingt zu lesen lohnt.

11.02.2010

Die richtige Haltung am Klavier

Oft ist es so, dass der Rücken beim Klavier spielen nach einiger Zeit verspannt. Das liegt meistens daran, dass man am Klavier falsch sitzt. Die richtige Haltung ist nämlich ein wichtiger Punkt beim Klavierspielen.

Man sollte am Klavier gerade sitzen und zwar so, dass man auf die Noten sehen kann. Die Finger werden auf die Tasten gelegt, das Handgelenk sollte auf der Höhe der Fingergelenke sein.

Auf dem Klavierhocker wird möglichst mittig gesessen. Die Höhe des Klavierhockers sollte so eingestellt werden, dass der Ellenbogen auf der Höhe des Handgelenks ist. Der Ellenbogen sollte ein wenig vom Körper abstehen.

Die Entfernung vom Klavier sollte so aussehen, dass wenn man bei Hände mit Fäusten ausstreckt, man das Klavier berühren sollte. Der Bauchnabel (kein Scherz) sollte auf der Höhe des eingestrichenen d’ sein.

Die Handhaltung sollte locker sein. Die Finger sind im 45° Winkel gebogen. Alle Finger sollten sich auf jeweils einer  weißen Taste befinden. Es gibt natürlich Situationen beim Klavier spielen, wo die Finger einen anderen Winkel bilden müssen, dieser Winkel ist nur die Grundlage für das richtige Klavierspiel.

Die richtige Haltung am Klavier ist deswegen genauso wichtig wie das Klavier spielen selbst, weil eine entspannte Sitzhaltung für den Klang von enormer Bedeutung ist.

8.02.2010
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