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Noten lernen – Teil 8: Verzierungen

Für manche scheint die Notenschrift eine Geheimsprache zu sein. Aus diesem Grund habe ich eine Artikelreihe geschrieben, die sich mit dem Thema Noten lernen beschäftigt.

In Teil acht der Artikelreihe Noten lernen geht es um die Verzierungen, die sogenannte Ornamentik. Es gibt verschiedene Arten von Verzierungen.
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21.03.2010

Glenn Goulds Stuhl

Glenn Gould ist nicht nur durch seine Einspielungen der Goldbergvariationen berühmt geworden, auch seine extravagante Art am Klavier zu sitzen hat ihn zu einem Unikat gemacht.

Er saß auf einem Stuhl, der höhenverstellbar von 35 auf 45 cm war. Der Stuhl wurde von seinem Vater gebaut, der erläutert:

Ich versuchte was ziemlich Leichtes an Klappstuhl aufzutreiben und dann von jedem Bein etwas abzusägen, ich machte mir eine Messingklammer, die um jedes Bein herum ging und schraubte sie daran fest, und dann schweißte ich die Hälfte einer Spannschraube an jede Klammer, so dass jedes Bein einzeln eingestellt werden konnte.

Dieser besonderen Stuhl steht heute in der Library of Toronto. Der italienische Möbelhersteller Cazzaro hat sich die Exklusivrechte zur Produktion dieses Stuhls als originalgetreue Replik weltweit gesichert.Der Glenn Gould Stuhl, bzw. seine Nachbildung ist erhältlich bei glenngould-chair.com.

2.03.2010

Klavier aufnehmen – Zoom H2

Diesese sehr kleine, aber feine Gerät ist sehr praktisch, um Klavieraufnahmen zu machen: Der Zoom H2. Da ich in dem Besitz von diesem kleinen Aufnahmegerät bin, möchte ich einen Erfahrungsbericht schreiben.

Der Zoom H2 ist der Vorläufer des Zoom H4n und bietet eine Reihe von Fuktionen, die man zwar sowieso nicht nutzt, aber dennoch brauchbar sind. Der Zoom H2 ist nicht nur für Klavieraufnahmen, sondern auch für andere Instrumente oder Bandaufnahmen geeignet. Er lässt sich gut mitnehmen, weil er erstens in jede Hosentasche passt und zweitens außer dem Netzteil- auch den Batteriebetrieb anbietet. Das Gerät hat 3 Mikrofone, sodass man sogar 4-kanäligen Surround-Sound aufnehmen kann. Doch das ist nur Schnick Schnack.

Zurück zum Thema Klavier aufnehmen. Ich platziere dieses Aufnahmegerät auf einem Stativ ca. 50 cm über dem Klavier und zwar so, dass die beiden hintere Mikrofone (ein weiteres Mikrofon befindet sich vorne) auf das Klavier zeigen. Den Mikrofon Gain (= Verstärkungsfaktor) stelle ich auf Middle.

Nun fang ich an zu spielen und schaue, was die Anzeige des Zoom H2 macht. Ist sie zu hoch, drücke ich ein paar mal die linke Pfeiltaste. Ist sie zu niedrig, drücke ich ein paar mal die rechte Pfeiltaste. Den Kompressor, bzw. Limiter stelle ich Menü ganz aus, der ist sowieso nicht brauchbar.

Der Zoom H2 ist das praktischste Gerät, das mir unter die Finger gekommen ist. Es gibt zahlreiche andere Aufnahmegeräte, allerdings sind die Funktionen nicht so gut verpackt wie in diesem Gerät. Der Preis ist für so ein Aufnahmegerät auch in Ordnung. Einziges Mängel ist das Design des Gerätes. Es ist aus Kunststoff und wirkt recht billig. Aber das stört ja nicht, sofern es dem Zweck des Aufnehmens dient.

Die Einstellungen für das Klavier sind nun fertig. Nun fange ich an aufzunehmen, indem ich zweimal auf den roten Knopf drücke. Das Spiel kann beginnen.

Sobald ich fertig bin, drücke ich nochmals auf den roten Knopf. Jetzt kann man den Zoom H2 mit dem PC verbinden und sich die Aufnahmedatei auf den Rechner kopieren. Das ganze wird nun mit Audacity editiert. Wie das geht und wie man den Sound verbessern kann, erzähle ich bald im Klavier-Blog.

Zur Diskussion steht auch der Thread Klavier aufnehmen im Forum bereit.

27.02.2010

Schwierigkeitsgrade von Klavierstücken

Es ist immer so eine Sache, wenn man Musik bewerten will. Kann Musik überhaupt bewerten? Ist ein Stück unbedingt besser als ein anderes? Ähnlich sieht es mit der Bewertung von Schwierigkeitsgeraden, bzw. Schwierigkeitsstufen von Klavierwerken aus. Es ist nun mal alles nur subjektiv gesehen.

Eine Liste gibt es unter folgender Adresse: piano-e-forte.de. Die Liste zeigt zwar nicht alle möglichen Werke an, ist aber ein guter Bezugspunkt für bekanntere Werke. Die Suche beschränkt sich leider nur auf den Komponisten. Doch trotzdem ist es eine feine Sache.

Eine andere Liste gibt es nicht im Internet, jedoch in dem Buch “Handbuch der Klavierliteratur – Klaviermusik zu zwei Händen“. Das Buch zeigt nicht nur die Schwierigkeitsgerade der jeweiligen Stücke an, sondern ist noch eine Begleitinformation zu Etüden, Klavierschulen. Es bespricht auch weitere Informationen zu den Werken wie z. B. die Entstehung der Werke und Bezüge zu anderen Werken.

Trotz allem kann man meiner Meinung nach Klavierliteratur nicht nach ihrem Schwierigkeitsgrad bemessen. Jeder Klavierspieler oder Pianist muss selbst damit klar kommen, seine Hürden zu meistern.

26.02.2010

Zwischen Genie und Wahnsinn

Eigentlich wollte ich diesen Artikel nicht mit seinem Namen verbinden, aber ich habe mich doch entschieden, es zu tun. Robert Schumann litt an einer schweren psychischen Krankheit. Es ist umstritten, ob er eine Schizophrenie gehabt hatte, am häufigsten wird ihm eine manische Depression zugeschrieben. Doch in wiefern stehen psychische Krankheiten mit Kreativität und Genie im Zusammenhang?

Auch Wolfgang Amadeus Mozart konnte kaum still sitzen, musste bei Hofe eine unangemessene Ausdrucksweise wähen. So unterzeichnete er in einem Brief mit dem Ausdruck “Herzlichst Ihr Süssmaier Scheißdreck”. Forscher lassen vermuten, dass er am Tourette-Syndrom litt. Einer Krankheit, die durch unkontrollierbare Tics und Zwänge gekennzeichnet ist.

Im Gehirn befindet sich ein Botenstoff, nämlich “Dopamin”. Er ist dafür zuständig, dass Signale weitergeleitet werden. Je mehr Dopamin vorhanden ist, desto mehr Assoziationskraft steckt in uns. Ist dieser Stoff im Gehirn übermäßig aktiv, so ist man kreativ. Zuviel davon kann allerdings schaden. Interessant in diesem Zusammenhang ist folgendes BBC Video, das einen Pianisten vorstellt, der am Tourette-Syndrom leidet. Man geht davon das, dass beim Tourette-Syndrom, sowie bei Depressionen und Schizophrenie, ein Unangleichgewicht an Botenstoffen vorhanden ist. Nick van Bloss ist jedenfalls ein Genie am Klavier.

Statistisch gesehen erkranken Schriftsteller, Künstler und Musiker überdurchschnittlich an Depressionen. Besonders die Cyclothymie – eine manische-depressive Erkankung – überfallt sie häufiger.

Es hört sich so an, als sei Dopamin eine Wunderdroge, die uns zu mehr Kreativität verleiten kann. Doch ein Überschuss davon kann uns krank machen. So stellt sich die Frage, inwiefern und ob Komponisten, die eine psychische Erkrankung hatten, ihre Werke überhaupt komponieren konnten. Sind Genie und Wahnsinn wirklich so eng beieinander?

25.02.2010

Der Sinn von Musik

Es ist schon erstaunlich, wieviele Stunden ein Musiker an seinem Instrument verbringt und das nur, um ein Stück perfekt zu beherrschen. Bei einer durchschnittlichen Übephase von zwei bis drei Stunden am Tag wäre es auf das Jahr umgerechnet 1000 Stunden. Ich frage mich oft, ob es denn nicht eine sinnvollere Betätigung, als das Musizieren gibt.

Und meine Antwort lautet: Nein, nicht unbedingt! Allein die Vorstellung, dass es Musik überhaupt gibt, mag falsch sein. Denn Musik ist nichts fassbares oder materielles. Nur ein Teil des Gehirn ist dafür zuständig, dass wir Musik als Musik überhaupt wahrnehmen. Wir haben es hier mit etwas spirituellem, geistlichem zu tun.

Und das ist gerade der Punkt über dem i. Musik schafft das, was die Sprache nie schaffen kann. Es ist ein Ausdruck von Emotionalität und Gefühlen. Allein Pythagoras sagte, dass man das Gleichgewicht zwischen Musik und sportlicher Betätigung schaffen sollte. Musik ist etwas für die Seele.

Eine ganz andere Sichtweise der Musik erhält man, wenn man über die Natur nachdenkt und Charles Darwins Evolutionstheorie hinzunimmt. Ein musikalischer Mensch, egal ob Frau oder Mann, weckt bei dem anderen Geschlecht an Interesse.

Doch auch mit Musik kann man auf eine besondere Art kommunizieren. Mit der Sprache kann man nicht alle Menschen erreichen, man muss die jeweilige Sprache kennen. Das ist bei Musik nicht der Fall. Musik kann von jedem empfangen und ausgedrückt werden.

Fest steht: Wer Musik lebt und Musik liebt, der hat einen Zugang zu einer ganz besonderen Welt.

22.02.2010

Frédéric Chopin wird 200 Jahre alt

Am 22. Februar (oder am 1. März, man weiß es nicht genau) vor 200 Jahren, also 1810, wurde Frédéric Chopin in Zelazowa-Wola (Warschau) geboren. Frédéric Chopin ist der Meister der romantischen Klaviermusik. Er komponierte zunehmend Salonmusik, jedoch nicht abwertend gemeint. Sein Ausdruck der Gefühle ist besonders stark.

Es ist allein schon ein Wunder, wieviel Emotionen die 24 Préludes von Chopin beinhalten. Jedes einzelne Prélude gleicht einem kurzen Gedicht, das mit fantastischer Emotionalität gespickt ist. Man muss nur die Balladen nennen, die 24 Etüden, die Nocturnes und Mazurkas und schon begibt man sich in die Welt des Frédéric Chopins. Doch auch die Sonaten zählen zu seinen Meisterwerken. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus seinem Schaffen. Er hat noch viel mehr geschrieben.

Chopin hat die pianistische Technik und Stilistik revolutioniert. Deswegen schenke ich ihm diesen Beitrag. Happy Birthday, Chopin!

22.02.2010

Pausen in der Musik

Mit den Noten gehe ich nicht besser um als andere Pianisten.
Bei den Pausen zwischen den Noten — da ist die Kunst
angesiedelt.

Artur Schnabel (1882-1951)

Es gibt keine Musik ohne Pausen! Gerade Pausen sind deswegen so wichtig, weil sie eine gliedernde Funktion haben. Sie strukturieren die Musik, teilen sie in Abschnitte ein.

Gerade Pausen haben etwas wirkungsvolles, sie lösen beim Zuschauer eine ungeheure Spannung und Erwartungshaltung, was als nächstes kommt, aus.

Dass auch Pausen Musik sind, zeigt John Cage. Sein Stück 4′33” (4 Minuten, 33 Sekunden) ist ein Stück der besonderen Art. Da während des Stückes kein einziger Ton gespielt wird, stellt eine Aufführung dieses Werkes die gängige Auffassung von Musik in Frage. Sind Pausen wirklich Musik?

14.02.2010

Der Ohrwurm

Wir kennen ihn alle. Eine Melodie taucht in Endlosschleife plötzlich auf und man kann sie nur schwer wieder loswerden – der Ohwurm. Doch was versteckt sich hinter diesem Phänomen?

Besonders chancenreich für einen Ohrwurm sind Melodien, die eine einfache Struktur aufweisen. Je näher ein Musikstück den persönlichen Vorlieben entspricht, desto größer ist die Ohrwurmgefahr. Besonders groß ist sie dann, wenn das Musikstück mit Emotionen verbunden ist.

Häufig reicht nur der Anfang einer Melodie aus und der Ohrwurm ist präsent. Forscher sehen darin eine Rolle, die das Gehirn mit sich bringt: Die Vervollständigung von Mustern und Strukturen. Besonders anfällig sind wir für den Ohrwurm, wenn wir müde oder gestresst sind.

Um sich von Ohrwürmern zu befreien, gibt es leider kein Rezept. Meistens hilft es, ein anderes Musikstück zu hören, sodass der Ohrwurm verdrängt wird.

Und von welchen Stücken bekommst du einen Ohrwurm?

12.02.2010

5 Tipps gegen Podiumsangst oder Lampenfieber

Bei Vorspielangst oder Lampenfieber beschleunigt sich der Puls, die Hände werden feucht und fangen an zu zittern, der Mund wird trocken, ein Engegefühl in der Brust macht sich breit. Angst bedeutet ein Engegefühl, aus dem lateinischen angustus = eng. Das Denken verändert sich, es tauchen Überlegungen auf, was alles schief gehen könnte oder schlechte Erinnerungen kommen hoch.

Anstatt sich auf die Musik zu konzentrieren, verteilt sich die Aufmerksamkeit auf die Angst mit einem hohen prozentualen Anteil. Die Angst zu bekämpfen ist der falsche Weg, doch den Umgang damit zu lernen ist der Richtige.

Die Ursachen der Podiumsangst bilden sich aus den individuellen Erfahrungen. Da wären zum Beispiel die Erwartungen unserer Eltern, die Erinerrung an die Schule mit der Pflicht, gute Leistungen zu erbringen, das Erlebnis etwas darstellen zu wollen und dabei ausgelacht zu werden. Durch solche Erfahrungen sammeln sich die negativen Gedanken.

Ich darf niemals einen Fehler machen.

Wenn ich einen Fehler mache, werde ich ausgelacht.

Es ist schlecht, wenn ich nicht anerkannt werde.

Man kann gegen diese Podiumsangst, bzw. Lampenfieber erfolgreich vorgehen durch folgende Aspekte:

  • positive Gedanken fördern
  • Angstphantasien vermeiden
  • Entspannungstechniken anwenden
  • Konzentration üben
  • Vorstellen der Vorspielsituation

Positive Gedanken fördern

Anstatt die negativen Gedanken zu häufen, werden diese nun durch positive Gedanken ersetzt. Anstatt zu denken

Ich schaffe es nicht.

könnte dieser Gedanke durch folgenden ersetzt werden:

Es hat schon fünfzig mal geklappt, also wird es auch diesmal klappen.

Angstphantasien vermeiden

Manche Spieler häufen ihre Ängste und die Gedanken werden noch schlimmer. Diese Gedanken drehen sich im Kreis, es entsteht ein Teufelskreis. Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, kann man seine negativen Gedanken zu Ende denken.

Ich werde mich verspielen.
Was passiert, wenn ich mich verspiele?
Man wird mich auslachen.
Wird man mich wirklich auslachen?
Nein. Es kann sogar sein, dass niemand den Fehler bemerkt.

Entspannungstechniken anwenden

Entspannungstechniken förden einen entspannten Zustand, sie lösen die Angst. Wer Entspannungstechniken sicher beherrscht, ist häufig in der Lage, vor einem der sogar noch während des Konzertes eine die Konzentration behindernde geistige Überregung abzubauen. Hierzu seien die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen und das autogene Training zu nennen.

Konzentration üben

Beängstigende Gedanken haben keinen Platz mehr, wenn sich die Konzentration ausschließlich auf die Musik richtet. Auch die Konzentration beim Üben muss geübt werden, damit später beim Auftritt die Gedanken nicht abschweifen und man plötzlich wieder auf die Angst gerichtet ist.

Hierzu ist das mentale Üben ein wichtiger Aspekt. Das mentale Üben ist eine hervorragende Möglichkeit, die Konzentration zu schulen. Es reicht nicht allein aus, sich zu sagen, dass man jetzt konzentriert ist. Man muss konzentriert sein und nicht nur denken, dass man sich jetzt in dem Moment konzentriert.

Vorstellen der Vorspielsituation

Manchmal kann es auch hilfreich sein, sich den Vorspielraum vorzustellen, bevor man ein Stück übt. Dort neben mir sitzt das Publikum, das Klavier steht dort, der Raum ist so und so groß, usw… Es ist auch hilfreich sich vorzustellen, wie die Hände zittern oder die Muskeln mehr angespannt werden. Diese Situation ist dann vor Publikum nicht mehr so stressig, als dass man ohne Vorbereitung losspielt.

6.02.2010
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