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Klavier spielen sonntags erlaubt

Das wird vor allem uns Klavierspieler freuen: Klavierspielen am Sonntag in der eigenen Wohnung kann nicht immer als Ruhestörung verboten werden. Das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden.

Ein Berliner wurde zu 50 Euro Bußgeld verurteilt, weil sein Tochter an einem Sonntag Klavier übte. Er wehrte sich – und hatte jetzt Erfolg.

Der Berliner wohnt mit seiner Frau und sechs Kindern in einem Reihenhaus in Berlin. Die Familie ist sehr musikalisch, die Tochter übt jeden Nachmittag rund ein Stunde am Klavier. Als die 16-Jährige an einem Sonntag im Februar 2008 Präludien und Französische Suiten von Bach übte, rief der Nachbar nach einer halben Stunde die Polizei und beschwerte sich.

Das Amtsgericht Tiergarten teilte einen Verstoß gegen das Berliner Landes-Immissionsschutzgesetz mit. Es besagt: «An Sonn- und gesetzlichen Feiertagen ist es verboten, Lärm zu verursachen, durch den jemand in seiner Ruhe erheblich gestört wird.» Der Vater der Klavierspielerin musste deshalb ein Bußgeld zahlen.

Das Bundesverfassungsgericht (Beschluss 1 BvR 2717/08) sah das nun anders. Zwar liege es «auf der Hand», dass das Musizieren in der eigenen Wohnung für die Nachbarschaft belästigenden beziehungsweise ruhestörenden Charakter haben kann. Im Urteil des Amtsgerichts könne der Bürger aber nicht klar erkennen, wann das Musizieren eine «erhebliche Ruhestörung» darstellt und damit ein Bußgeld droht. Das Amtsgericht habe die Entscheidung darüber, ob eine «erhebliche Ruhestörung» vorliegt, allein dem Polizeibeamten überlassen. Damit verletze das Urteil das «Bestimmtheitsgebot» des Grundgesetzes.

Das Urteil wurde von den Verfassungsrichtern folglich aufgehoben. Klavier spielen ist also sonntags erlaubt.

4.02.2010

Klavier vs. E-Piano – Was ist besser?

Eine beliebte Diskussion ist die Frage nach dem Unterschied zwischen einem echten Klavier und einem E-Piano, bzw. Digitalpiano. Zumeist liegt das Visier des Käufers beim E-Piano, weil es allein preislich viel günstiger zu erwirtschaften ist. Doch taugen diese Geräte wirklich und ist das Spielgefühl einem wirklichen Klavier, gar einem Flügel, gleich?

Man muss sich folgendes klar machen: Das E-Piano ist nur eine Kopie eines Klaviers. Dabei werden bei einem E-Piano alle Töne eines Flügels mit verschiedener Anschlagsdynamik (je nachdem wie teuer das Gerät ist) gesampelt und dann über Lautsprecher wiedergegeben. Und hier wären wir schon beim ersten Nachteil eines E-Pianos. Die Lautsprecher sind meistens qualitativ schlecht, weshalb gute Stereoboxen Voraussetzung für einen klaviernahen Klang wären.

Das E-Piano hat jedoch auch seine Vorteile. Es ist platzsparend, leichter transportabel und muss nicht gestimmt werden. Man muss sich gut überlegen, ob man 50-100 Euro für eine Klavierstimmung im Jahr ausgeben will oder es doch lieber sein lässt. Desweiteren muss man seine Nachbarn nicht belästigen, man kann sich einfach Kopfhörer aufsetzen und schon kann man im stillen Kämmerlein musizieren.

Das Problem bei E-Pianos ist jedoch folgendes. Es klingt immer gut! Was keineswegs ein Vorteil ist. Bei einem konventionellen Klavier muss man durch verschiedene Anschlagsarten und Techniken erst herausfinden, wie man einen perfekt klingeden Ton in einem Musikstück erreicht. Beim E-Piano klingt der Ton bereits gut, egal wie man ihn anschlägt. Das kann massive Probleme bei der Umstellung von einem E-Piano zu einem Klavier mit sich bringen.

Außerdem ist es nahezu unmöglich ein echtes Klavier elektronisch zu imitieren. Nur die teuren Geräte, die preislich bereits bei einem echten Klavier liegen, können das. Das liegt daran, dass die Hämmerchen bei einem E-Piano nicht dieselben sind, wie bei einem Klavier. Es ist also nur sehr schwer möglich, das gleiche Spielgefühl herzustellen. Feinheiten oder Spieltechniken können ebenfalls nur am Klavier erprobt werden.

Allein schon wegen der Unmöglichkeit eine Geläufigkeit bei E-Pianos zu finden, sollte der fortgeschrittene Klavierspieler lieber zu einem konventionellen Klavier greifen, auch wenn es teurer ist. Für Anfänger, die zuerst Noten erlernen müssen, reicht ein E-Piano vollkommen aus. Allerdings sei gewarnt, dass die Spielfreude bei einem E-Piano nach zwei, drei Jahren verloren geht. Naturklang ist eben doch besser.

Gebrauchte Klaviere sollte man am Besten von Klavierbauern oder Klavierherstellern kaufen, weil man beim Privatkauf vieles falsch machen kann. Das passende Instrument sollte am Besten durch Ausprobieren gefunden werden. Bevor man sich für ein E-Piano entscheidet, sollte man auch ein echtes Klavier ausprobiert haben. Man sollte auch beachten, dass bei E-Pianos stets neue Modelle auf den Markt treten. Das ist bei einem Klavier nicht so.

Was besser oder schlechter ist, ist eine subjektive Entscheidung des Käufers. Ich rate daher eher zu einem gebrauchten Klavier für gutes Geld, gekauft bei einem Klavierbauer, der sich damit auskennt, statt zu einem E-Piano. Auch wenn man einmal im Jahr 50-100 Euro für die Stimmung ausgeben muss, aber umgerechnet aufs Jahr sind 4 bis 9 Euro ein Peanuts.

3.02.2010

Kostenlose Klaviernoten zum Download

Im Internet gibt es zwar zahlreiche Seiten, die Klaviernoten anbieten, doch sind sie meistens nur gegen Bezahlung downloadbar. Ich habe hier zwei  Internetseiten gefunden, die komplett kostenlos Klaviernoten anbieten.

1.) Kostenlose Klaviernoten zum Download

Diese Seite bietet nach Komponisten sortiert mehrere hundert Klaviernoten an. Das alles ohne Anmeldung und ohne Hacken. Von der Klassik bis Moderne finden sich hier zahlreiche Klaviernoten.

2.) IMSLP – Das Noten-Wiki

Im International Music Score Library Project (IMSLP) finden sich ca. 6000 Klavierstücke. Die Liste wird natürlich weiterhin erweitert. Außerdem bietet diese Seite Kammermusik und Orchesterpartituren an. Leider ist die Liste etwas unübersichtlich.

Viel Spaß!

30.01.2010

Chopin Etüden – Übetipps

Auf der Seite pianosociety.com habe ich Übetipps zu den Chopin Etüden Op. 10 und Op. 25 gefunden. Der Autor erklärt, zu welcher Technik jede Etüde dient und stellt eine Reihe von Übetipps auf, die sich auf die Etüden beziehen. Weiterhin wird erläutert, ob man die Etüde mit oder ohne Pedal übt oder wie man schwierige Stellen bewältigt.

Study Guide, Chopin’s etudes op.10

Study Guide, Chopin’s etudes op.25

31.12.2009

Das Wohltemperierte Klavier – Eine Analyse

Vorhin bin ich auf einen interessanten Link gestoßen: J. S. Bachs Wohltemperiertes Klavier. Diese Seite beschäftigt sich mit der Analyse von den Präludien und Fugen in Bachs Wohltemperierten Klavier. Eine durchaus informative Seite, die sich mit Bachs Werken beschäftigt.

26.12.2009

Die Rolle der Atmung beim Klavier spielen

Die Atmung steht in enger Beziehung zur An- oder Entspannung und es sollte ihr deshalb spätestens dann Aufmerksamkeit geschenkt werden, wenn Angst und Anspannung sie beeinträchtigen. Häufig wird die Atmung gar nicht beachtet und es passieren unwillkürliches Luftanhalten und gepreßte Atmung. Die Atmung verändert sich zwangsläufig mit den Anforderungen des Musikstücks. Es ist nicht immer eine gleichbleibende Atmung anzustreben. Die Atmung sollte genauso kontrolliert werden, wie die An- und Entspannung der Muskulatur.

Die Atmung kann das rhythmische Geschehen unterstützen (z. B. Einatmen vor einem Auftakt) oder eine andere musikalische Gestaltung (z. B. ein crescendo oder ein decrescendo) verdeutlichen. Das Einatmen kann auch als Einsatzzeichen beim gemeinsamen Spiel sein oder den Beginn beim solistischen Spiel vorbereiten. Wenn ich anfange zu sprechen, dann hole ich ebenfalls tief Luft. Die Atmung kann auch eine emotionale Stütze sein, d. h., es wird “im Affekt des Musikstückes” eingeatmet.

Es kann demnach sehr nützlich sein, beim Üben auf die Atmung zu achten. Somit ist die Atmung beim Klavier spielen ein nicht unwichtiger Bestandteil.

13.09.2009

Macht Klavier spielen intelligent?

Wissenschaftler haben anscheinend herausgefunden, dass wer von Kindheit an ein Instrument gespielt hat, mehr graue Hirnmasse hat, als Nichtmusiker. Zudem soll das Musizieren außerordentliche Fähigkeiten wie Gehörsinn, Motorik und Körperwahrnehmung fördern. Praktischer Musikunterricht soll die Konzentrationsfähigkeit stärken und die Schulleistungen steigern. Zu diesem Thema ist auch der sogenannte Mozart-Effekt interessant:

Als Mozart-Effekt wird der Effekt bezeichnet, dass sich das räumliche Vorstellungsvermögen durch das Hören und Spielen klassischer Musik, insbesondere der Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, verbessern soll.

Auf der Seite sueddeutsche.de wird jedoch der Mozart-Effekt als gering beschrieben. Der Mozarteffekt ist nur kurzfristig vorhanden und beschränkt sich eher auf eine Stimmungshebung, die für kurze Zeit anhält. Und wer eine gehobene Stimmung hat, der ist auch leistungsfähiger. Weiterhin steht in diesem Artikel, dass sich der Intelligenzquotient nur um drei bis vier Punkte hebt.

Auf die Frage, ob Klavier spielen intelligent macht und wie sich Klavier spielen auf die Intelligenz auswirkt, kann also keine eindeutige Antwort gegeben werden. Viele Studien weisen jedoch darauf hin, dass sich Musik positiv auf den Menschen auswirkt. Fest steht auch, dass die neuronalen Verbindungen, die für die Feinmotorik zuständig sind, durch das Klavier spielen größer sind, als bei Nichtpianisten.

3.09.2009

Ein Stück auswendig lernen

Wie lernt man am besten ein Stück auswendig? – Das ist die Frage mit dem sich dieser Artikel beschäftigt. Das Auswendigspielen hat seine Vorteile. Man muss nicht mehr auf das Blatt gucken und kann sich mehr auf die Musik konzentrieren. Man kann sich freier bewegen und kennt dennoch das zu spielende Stück. Doch wie lernt man ein Stück auswendig?

Der erste Schritt ist ein Musikstück in Abschnitte zu unterteilen. Die Abschnitte sollten möglichst logisch und rational eingeteilt werden. Dabei sollte ein Abschnitt nicht zu kurz, aber nicht zu lang sein. Meistens geht eine Phrase über acht Takte, dementsprechend würde ich die Unterteilung in jeweils acht Takte bevorzugen.

Nun schaut man auf das Notenbild und dreht das Blatt um. Man fängt an zu spielen. Gelingt der erste Versuch nicht, dreht man das Blatt wieder um und schaut aufs Notenbild bis man sich die Noten optisch eingeprägt hat. Irgendwann klappt es von alleine. Das ist das ganze Geheimnis des Auswendigspielens.

Es gibt jedoch noch andere Möglichkeiten, ein Stück auswendig zu lernen. Man kann zum Beispiel die musiktheoretischen Erkenntnisse anwenden. Von welcher Funktion zu welcher Funktion geht ein Akkord über (z. B. Subdominante in Dominante) oder welches Intervall ist das nächste? Die musiktheoretische Seite des Auswendigspielens hat den Vorteil, dass man das Stück nahezu mathematisch verankert und es große Sicherheit bietet.

Eine weitere Möglichkeit, die sehr effizient ist, ist das Spielen von hinten. Man spielt nur ab dem letzten Takt das Stück auswendig zu Ende. Danach spielt man ab dem vorletzten Takt das Stück zu Ende, usw… Diese Methode ist auch sehr gut, um sich beim Vortrag nicht zu verspielen. Denn man lernt das Stück besser kennen.

Selbstverständlich sollte man beim Üben Fingersätze, Phrasierungen und andere Spielanweisungen ebenfalls mit auswendig lernen. Bis man ein Stück auswendig gelernt hat, vergeht eine lange Übezeit, die sich sehr vorteilhaft auf das Spielen eines Stückes auswirkt.

24.08.2009

Wie erlernt man eine Fuge aus dem Wohltemperierten Klavier?

Zu diesem Thema habe ich folgende Seite entdeckt: Well-Tempered Clavier. Diese Seite beschäftigt sich mit Bachs Präludien und Fugen und deren Analyse anhand von Notenbeispielen. Zudem kann zu jedem Präludium und jeder Fuge eine Audiodatei abgespielt werden. Was das Wohltemperierte Klavier angeht, ist diese Seite gold wert.

14.08.2009

Mentales Üben am Klavier

Was versteht man unter mentaler Übung?

Die übliche Vorgehensweise beim Üben am Klavier ist das unbedachte Üben. Man setzt sich an das Klavier und spielt das zu übende Stück ohne irgendwelche Überlegung. Dabei ist die Methodik entscheidend, nämlich wie man übt. Es gibt zahlreiche Methoden, wie man an das Üben rangehen kann. Eine davon ist das mentale Üben.

Beim Klavier spielen ist nicht nur das Tasten-, Bewegungs- und Bildgedächtnis gefragt, sondern auch das musikalische Gedächtnis, was im Grunde genommen die wichtigste Rolle spielt. Das musikalische Gedächtnis ermöglicht uns, sich an eine Melodie zu erinnern, sodass wir sie in stillen Gedanken abrufen können. Das einfachste Beispiel wäre, wenn man sich innerlich die Melodie von „Alle meine Entchen“ abruft. Das musikalische Gedächtnis ermöglicht uns jedoch auch, ein komplettes Klavierstück abzurufen, sodass wir überhaupt erstmal gar kein Instrument brauchen, um Musik zu hören.

Das zu übende Stück kann also ohne Instrument geübt werden. Wenn man das Stück bereits kennt, ist es umso leichter es mental zu üben. Mentales Üben fordert eine große Konzentration, sodass man bereits nach einigen Minuten überfordert sein kann. Nach mehrmaligem Üben fällt es dann jedoch nicht mehr so schwer.

Wie geht man am besten vor?

Eine Anleitung zu schreiben wäre nicht sehr sinnvoll, weil man das mentale Üben auf unterschiedlichste Art vollziehen kann. Allerdings werde ich ein paar Beispiele aufführen, um zu verdeutlichen, wie man anfangen könnte.

Wenn man das Stück bereits auswendig gelernt hat, kann man sozusagen eine Art von Meditation machen. Dabei setzt man sich gemütlich und entspannt hin und fängt an, das Stück gedanklich zu spielen. Dabei sollte man jedoch einige Dinge beachten.

Dieser gedankliche Ablauf darf bloß nicht automatisch ablaufen, sondern bewusst. Es darf nicht zur Routine werden. Es ist so ähnlich, als ob mein ein Gedicht aufsagen würde und auch ein Gedicht darf nicht nebenher und ohne Betonung gesprochen werden.

Wenn man an einer Stelle nicht weiter weiß, kann man in die Noten schauen oder sich diese Stelle am Klavier vorspielen. Es ist von Vorteil, wenn man wieder ein paar Takte im Stück zurückdenkt und diese Stelle dann anknüpft.

Wenn man sich die Musik gedanklich vorstellt, sollte sie mit Emotion und Leben gefüllt werden, sie darf bloß nicht trocken und unwichtig sein. Denn man kann völlig gleichgültig denken oder mit einer Absicht. Man muss also auch musikalischen Ausdruck in diesen inneren Monolog einbauen.

Ist man an einer Stelle nicht damit zufrieden, wie man sich das Stück gedacht hat, übt man nur diese eine Stelle. Es ist genauso, als wenn man es am Klavier spielen würde und es klappt nicht, wie man es will. Genauso kann man sich diese Stelle besonders anschauen und sich fragen, warum es nicht geklappt hat, wie man es wollte.

Das mentale Üben ist auch von Vorteil, wenn man ein neues Stück zu üben anfängt. Wenn man zunächst überhaupt keine Vorstellung von dem Stück hat, dann macht es auch nicht viel Sinn es am Klavier zu üben. Wie man das am besten macht, sei an einem Notenbeispiel erläutert.

Beispiel

Rachmaninov Moment Musiceaux No. 4

Rachmaninov Moment Musiceaux No. 4

Als Beispiel habe ich das „Moment Musiceaux No. 4“ von Rachmaninoff ausgewählt. Man kann mentales Üben auch dazu einsetzen, um vom Notenbild zur einer musikalischen Vorstellung zu kommen. Für jemanden, der sich kaum mit Musik beschäftigt hat, ist davon jedoch abzuraten, weil es viel zu schwierig ist.

Das Notenbeispiel ist in der Tonart e-Moll, es ist im 4/4 Takt und fängt mit Sechstolen in der linken Hand an. Bereits hier kann man das Stück ohne eine musikalische Vorstellung nicht spielen. Wenn man sich die Betonung jeder neuen Sechstolen-Reihe auf die eins nicht vorstellt, gerät der Rhythmus aus den Fugen.

Man kann diese Sechstolen sich am besten verinnerlichen, indem man sie im langsamen Tempo singt. Da wir hier nicht sehr einfach zu singende Noten haben, kann man sich das Klavier zur Hilfe nehmen. Man beachte die Intervallabstände: Reine Quint, kleine Sext, usw… Auch diese Intervallspannungen muss man so singen, dass sie nicht wie mit Metronom gespielt, sondern musikalisch klingen.

Der Rhythmus ist 1-2-3-4-5-6, Betonung liegt auf der eins. Wie man die eins betont, bleibt jedem selbst überlassen. Man kann es durch eine Verlängerung der Note erreichen, einer Verzögerung kurz vor der Note oder durch Dynamik. Auch das kommt in die innere Vorstellung hinein. Allein für diese Figur im ersten Takt braucht man einen sehr großen Zeitaufwand, aber es lohnt sich.

Am Ende des zweiten Taktes fängt die Melodie an. Auch diese kann man singen, um sich die Melodie zu verinnerlichen. Wir stehen jedoch jetzt vor dem Problem, dass wir uns Melodie und die Figur in der linken Hand gleichzeitig vorstellen. Aber auch das ist möglich, jedoch durch sehr viel Übung. Bei der Musik von Bach ist es geradezu gefragt, polyphon zu denken.

Ich bin der Ansicht, dass man ein Stück erst dann musikalisch vortragen kann, wenn man eine musikalische Vorstellung (man könnte es auch Meinung nennen) von dem Stück hat. Denn die musikalische Vorstellung wird beim Üben viel zu sehr vernachlässigt, ist jedoch unerlässlich, um überhaupt erst zu musizieren.

11.08.2009
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