Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)

Er gehört zweifellos zu den ganz großen Komponisten. Er war jemand, der mit dem Material kämpfen musste, bis sie Gestalt annahm. Bei Beethoven wirkt Traditionelles immer noch neu.
Beethoven wurde 1770 in Bonn geboren, wo sein Vater Musiker an der kurfürstlichen Hofkapelle war. Dort wurde er auch unterrichtet. Er trat 1778 das erste Mal öffentlich auf. 1783 wurde er bereits Cembalist und ein Jahr später Organist am Hof. 1792 reiste er nach Wien und blieb. Er nahm Unterricht bei den Größen Joseph Haydn, Johann Georg Albrechtsberger und Antonio Salieri. Er war zu diesen Zeiten als Komponist gut aufgehoben, die Musikverlage bemühten sich um seine Werke. 1796 machte er eine Konzertreise nach Prag, Berlin, Leipzig und Dresden.
1801 stellte ihm Fürst Lichnowsky ein Jahresgehalt zur Verfügung. Ein Jahr darauf begann Beethovens Gehörleiden, allerdings komponierte er weiter. 1811/1812 traf er sich auf einer Badereise mit Goehte zusammen. Im Jahre 1814 blieb die fürstliche Zahlung größtenteils aufgrund Geldentwertung und anderer finanzieller Probleme aus.
Beethoven war der erste Komponist, der als freischaffender, bürgerlicher Musiker komponierte. Er wurde zwar vom Adel ebenfalls finanziert, aber zu einem engen Dienstverhältnis kam es nicht. Beethoven gilt deshalb als Gründer einer Epoche des freischaffenden Künstlertums.
1808 musste Beethoven seine Konzerttätigkeiten aufgrund seines Gehörleidens aufgeben, er vereinsamte zunehmend. Bereits 1819 war er vollständig taub, jedoch verständigte er sich über Konversationshefte. Davon blieben 140 erhalten, die heute eine wichtige Quelle bieten. Dennoch komponierte er nach 1920 weiter: die “Missa solemnis”, die späten Klaviersonaten und Streichquartette. Weiterhin die 9. Sinfonie. Seine letzten Jahre waren von Krankheit und Einsamkeit geprägt. Bei seinem Begräbnis versammelten sich tausende Menschen in Wien. 38 Fackelträger begleiteten den Sarg. Einer der Sargträger war Franz Schubert.
Seine Werke teilen sich in mehrere Gattungen: etwa die neun Sinfonien, die fünf Klavierkonzerte und die 32 Klaviersonaten. Aber auch die Streichquartette sind ein wichtiger Teil Beethovens Schaffen. Ebenfalls sind einzelne Werke – wie das Septett op. 20, die Chorfantasie op. 80 und die Diabelli-Variationen – nicht unwichtig. Viele Klavier- und Violinsonaten heben ihre Popularität durch Namen hervor: Pathétique, Mondschein- und Waldsteinsonate, Appassionata, Les adieux, Hammerklaviersonate, Frühlings- und Kreutzersonate. Die drei Zyklen von Bagatellen sind in Wahrheit große Werke. Das Violinkonzert und die beiden Violinromanzen wurden für die Geiger geschrieben. Neben der großen “Missa solemnis” gibt es auch die kleinere Messe in C-Dur (op. 86), die unter “Drei Hymnen” veröffentlich wurde.
Bedeutendste Werke
- Missa solemnis
- 9. Sinfonie
- Oper “Fidelio”
- der erste Liederzyklus “An die Ferne Geliebte”
Bekannteste Werke
- “Für Elise”
- “Die Wut über den verlorenen Groschen”
- 5. Sinfonie (Schicksalssinfonie)