Joseph Haydn (1732 – 1809)

Er war der Erste in der Wiener Klassik. Alle drei (Joseph Haydn – Wolfgang Amadeus Mozart – Ludwig van Beethoven) treffen sich zeitlich und räumlich zusammen. Die Idee zweckfreier Kunst entwickelt sich.
Joseph Haydn wurde 1732 in Rohrau in Niederösterreich als Sohn einfacher Landleute geboren. Er wuchs mit seinem Bruder auf, der als Kirchenmusiker arbeitete. 1736/37 kam Joseph Haydn nach Hainburg an der Donau, dann nach Wien und wurde 1740 Sängerknabe im Stephansdom. Sein jüngerer Bruder folgte ihm 1745. Dort erhilelt bis zu seinen 17 Jahren eine Ausbildung. Später verbrachte er 10 Jahre als musikalischer Tagelöhner – Kirchensänger, Organist, Violinspieler, Klavierbegleiter, Lehrer und Gelegenheitskomponist. 1761 trat er beim Fürsten Esterházy in einen honorigen Dienst, als Vizekapellmeister, dann ab 1766 als Kapellmeister.
Sein Dienst bei der kunst- und musikliebenden Fürstenfamilie war sehr geschätzt. In der ersten Zeit waren es Sinfonien und Kammermusik, nach der Einweihung eines eigenen Opernhauses in Esterháza (1768) zunehmend Opern, außerdem Kammer-, Klavier- und Kirchenmusik. Ab 1776 wurde der Opernbetrieb auch in Eisenach verstärkt. Ab 1782 nahm das Ausland Interesse an Joseph Haydns Werken, die nun auch dort gekauft wurden. 1790 starb der Fürst Nikolaus, die Musikkapelle wurde aufgelöst. Haydn blieb jedoch gegen eine Jahresrente Kapellmeister des fürstlichen Hofes.
1780 wuchs die Bedeutung Haydns durch die Drucklegung vieler seiner Werke. Er schrieb jetzt sogar auf Bestellung verschiedener Musikverlage. 1781 zog Haydn nach Wien. 1791/92 reiste er nach Paris, 1794/95 nach London. Für Paris und London entstanden seine sechs Pariser (Nr. 82 – 87) und seine 12 Londoner Symphonien (Nr. 93 – 104). 1796 – 1802 schrieb Haydn zum jährlichen Namenstag der Fürstin seine sechs großen Messen (Heilig-, Pauken-, Nelson-, Theresien-, Schöpfungs- und Harmoniummesse. Die Komposition der Kaiserhymne samt dem Quartett mit den Variationen über das Kaiserlied (1796/97) und die beiden großen Oratorien “Die Schöpfung” (1799) und “Die Jahreszeiten” (1801) beenden seine Karriere als Komponist.
Erfolg und Anerkennung erhielt Haydn erst in seiner späten Lebensphase. 1791 erhielt er die Ehrendoktorwürde von Oxford. In seinem Alter von 70, nachdem er seine musikalische Kreativität verlor, wurde er immer noch angesehen bis zu seinem Tod in Wien. Zu seiner Totenmesse erklang das Requiem seines Freundes Mozart.
Haydn schrieb 24 italienische Opern, seine 60 Klaviersonaten (auch Partita, Parthia oder Divertimento genannt) und seine mehr als 100 Sinfonien sind sehr experimentierfreudig. Die Popularität der Sinfonien wird durch Namen unterstützt: Abschiedssinfonie, Sinfonie mit dem Paukenschlag, mit dem Paukenwirbel, Militärsinfonie, La Passione, Alleluja.
Die Streichquartette sind ein Höhepunkt ihrer Gattung. Unter den 70 Streichquartetten ragen folgende heraus: das Lerchnquartett, das Kaiserquartett, das Jagdquartett, die Sonnenquartette op. 20. Die beiden Oratorien sind ebenfalls ein wichtiges Schaffenswerk. Haydns Kammermusik ist von kaum übersehbarer Fülle. 14 Messen und zahlreichen Einzelwerke gehören zur Kirchenmusik. Daneben zahlreiche Lieder und Volksliedbearbeitungen.
Bedeutenste Werke:
- “Die Schöpfung”
- “Die Jahreszeiten”
- das Trompetenkonzert
- die sechs späten Messen
Bekanntesten Werke:
- 2. Satz der Paukenschlagsinfonie
- die Kaiserhymne