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Franz Schubert (1797 – 1828)

Franz SchubertDie Nachwelt hat ihn ins Gemütliche und Idyllische entrückt: Schubert als Biedermeierkomponist, als “Schwammerl”, als Liederfürst und Wienerliedersänger. Sein Schaffen reicht von der behaglichen Lust am Musizieren bis hin zu der Verzweiflung der gebrochenen Existenz, von der Lebensfreude bis zur Todessehnsucht. Der Musikgeschichte schenkte er eine beinahe neue Gattung: das romantische Klavierlied.

Schubert wurde in Lichtental, einem Vorort des damaligen Wien, heute im 9. Bezirk in eine bürgerliche Lehrerfamilie hineingeboren. 1808 wurde er Sopranist an der Hofkapelle, 1810 entstand schon seine erste Komposition. Ein wichtiger Lehrer dieser Zei war Antonio Salieri. Der Stimmbruch 1813 beendete diese Phase des unbekümmerten Lernens und Probierens. Als Hilfslehrer in der Schule des Vaters übte er eine ungeliebte Tätigkeit aus. Seine Beziehung zu seinem Vater war jedoch angespannt und zweitweise unterbrochen, während Schubert sehr an seiner Mutter hing, die allerdings früh sterben sollte. Sein Bruder Ferdinand war ihm jedoch eine Stütze.

Schubert versuchte sich ohne geregelte Wohnung und Berufstätigkeit als Musiker, zeitweise als Lehrer bei der gräflichen Familie Esterházy, in den Sommermonaten 1818 und 1924 auf deren ungarischem Landgut. Freunde beherbergten ihn und wussten seine Musik zu schätzen. 1817 lernte er in Franz von Schober einen Freund und Förderer kennen, der ihm den sorglosen Lebensstil des freien Künstlers nahebrachte und ihn zweitweise bei sich aufnahm. Ab 1821 wurden die sogenannten “Schubertiaden” gesellige Abende mit Musik, Tanz und Unterhaltung. Der Hofopernsänger nahm sich der Liedkompositionen Schuberts an. Das Musikverlagswesen verbreitete Schuberts Werke, sofern sie für die Hausmusik geeignet und nicht allzu schwierig waren. Opern und Singspiele blieben dennoch erfolglos.

In seinem Todesjahr kam es zu einem einzigen Konzert in einer großen Öffentlichkeit. Schubert holte sich eine Geschlechtskrankheit und hat sich damit den frühen Tod geholt. Schubert starb in Wien zu größerer Anerkennung – nur von einem kleinen Kreis von Kennern und Freunden betrauert. Noch kurz vor seinem Tod wollte Schubert ein Studium des Kontrapunkts beginnen. Seine Werke wurden größtenteils erst nach seinem Tod entdeckt, veröffentlicht und aufgeführt. Zu seinen posthumen Förderern gehörten Robert Schumann und Johannes Brahms.

Seine über 600 Klavierlieder waren ein Geschenk für die damalige Musikepoche. Schuberts acht Sinfonien wurden zu seinen Lebzeiten nicht aufgeführt. Seine Klaviersonaten galten als mißglückt. Die Impromptus und Moment Musicaux wurden sehr geschätzt. Seine Kammermusik – Trios, Quartette und Quintette mit und ohne Klavier und ein großes Oktett – wurden ebenfalls sehr geschätzt. Seine Werke beschränken sich größtenteils auf Hausmusik oder Salonmusik.

Seine Kirchenmusik – vor allem in den sechs Messen – lassen das Bindeglied zwischen den geistlichen Werken der Wiener Klassik (Haydn und Mozart) und den drei großen Messen Bruckners erkennen. Schubert versuchte sein Glück für das Musiktheater, jedoch ist nur die Schauspielmusik zu “Rosamunde” zu hören. Erst nach seinem Tod nahmen die bürgerlichen Chorvereinigungen, Singakademien und Gesangsvereine seine Musikwerke in Beschlag.

Schubert hat nur ein einziges Konzert mit eigenen Werken erlebt. Er schrieb eher für das häusliche Musizieren statt für das größe Konzert. Den Liederzyklus “Die schöne Müllerin” hat Schubert teilweise noch im Krankenhaus geschrieben. Eine Besonderheit sind die Variationen über eigene Lieder in verschiedenen Werken der Kammermusik: “Der Wanderer” und “Der Tod und das Mädchen” in der Wandererfantasie für Klavier, und weitere.

Bedeutenste Werke:

  • 8. Sinfone, die “Unvollendete”
  • die Liederzyklen “Die schöne Müllerin” und “Die Winterreise”
  • das Streichquartett “Der Tod und das Mädchen”
  • das Forellenquintett
  • die Impromptus (für Klavier)
  • die Wandererfantasie (für Klavier)
  • die letzte Klaviersonate in B-Dur
  • “Gesang der Geister über den Wassern” (Männerstimmen und Streicher)
  • Deutsche Messe

Bekanntesten Werke:

  • “Ave Maria”
  • “Am Brunnen vor dem Tore” aus der Winterreise
  • “Heideröslein”
  • “An die Musik”
  • Digg
  • Sphinn
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