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Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)

Johann Sebastian BachEr hatte wohl den größten Einfluss auf die Musikgeschichte. Zu seiner Zeit waren andere Komponisten berühmter. Viele halten Johann Sebastian Bach für den Größten.

Johann Sebastian Bach wurde 1685 in Eisenach in eine große Musikerfamilie hineingeboren. Seine Eltern starben früh, sodass ihn sein Bruder aufnahm. Ohne einen Lehrer gehabt zu haben, erlernte er Latein, das Chorsingen, als Hilfsgeiger und Hilfsorganist wie nebenher. 1703 wurde er Organist in Arnstadt. Seine zweite Anstellung war in Mühlhausen (1707/08) nur kurz. Von 1708 bis 1717 war er am Hof des Herzogs von Weimer eine längere Zeit angestellt. 1717 bis 1723 am fürstlichen Hof in Köthen. Damit war seine höfische Karriere beendet.

1723 wurde er, nachdem sein Kollege und Freund Georg Philipp Telemann abgesagt  hatte, Kantor an der Thomaskirche in Leipzig. Dort blieb er bis zu seinem Tod 1750. Sein Leben war durch zwei Ehen und zahlreichen Kindern einerseits und durch Schule und Beruf andererseits geprägt. Sein Ruf als virtuoser Organist und Cembalist war damals wichtiger, als seine Kompositionen. 1750 starb er 65-jährig, zuletzt erblindet. Seine Musik wurde erst wieder durch die Frühromantik mit wachsendem Interesse populär.

Die Wiederaufführung der Matthäuspassion unter Felix Mendelssohn Bartholdy im Jahre 1829 wurde zur Wiederentdeckung Bachs Werke. Doch nach Urtext wurde erst in den letzten Jahrzehnten gespielt. Zuvor gab es immer wieder Bearbeitungen, wie z. B. von Feruccio Busoni, Gustav Mahler, Arnold Schönberg, Anton Webern, Leopold Stokowsky.

Bach hat sich jeder Musikgattung, bis auf die Oper, bedient. Das “Wohltemperierte Klavier” geht durch alle Tonarten hindurch und ist für alle Tasteninstrumente – Cembalo, Clavichord, Orgel und Klavier – gedacht. Die “Kunst der Fuge” gilt als Höhepunkt der Fugentechnik. Die “Goldbergvariationen” sind ein ebenfalls wichtiges Werk. Die Matthäuspassion ist die kunstreichste Passionsmusik. Die Hohe Messe (in h-Moll) ein weiteres wichtiges Werk.

Neben dieser Messe stehen auch die vier “Missae breves”, die Motetten und die insgesamt an die 200 geistlichen und weltlichen Kantaten. 250 Orgelwerke (Präludien, Fantasien, Toccaten und Fugen, Choralvorspiele und Choralvariationen/Partiten, Triosonaten). Weltliche Musik: Die brandenburgischen Konzerte, die vier Orchestersuiten und zahlreiche Solokonzerte für Violine, Flöte Oboe, Cembalo, mehrere Cembali und Orchester.

In kleinerer Besetzung: Duo- und Triosonaten, ein reiches Clavierwerk für Tasteninstrumente jeglicher Art. Sechs Partiten/Suiten/Sonaten: Violine – Violoncelle – Cembalo – Orgel. Außerdem hat Bach – wie manche andere Komponisten auch – eigene Werke für andere Besetzungen und andere Afführungszwecke umgearbeitet.

Bedeutenste Werke:

  • das Wohltemperierte Klavier
  • die Kunst der Fuge
  • die Matthäuspassion
  • die Hohe Messe
  • das Weihnachtsoratorium
  • die (vier- bis achtstimmigen) Motetten
  • die sechs Brandenburgischen Konzerte
  • die Goldbergvariationen
  • die Chaconne in d-Moll aus der Partita für Violine solo
  • die Passacaglia in c-Moll

Bekanntesten Werke:

  • die Air aus der Suite in D-Dur
  • das Choralvorspiel “Wachet auf, ruf uns die Stimme”
  • der Choral “Jesus bleibet meine Freude”
  • die Toccatta und Fuge in d-Moll für Orgel
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