Home » Archiv für Februar 2010

Der Sinn von Musik

Es ist schon erstaunlich, wieviele Stunden ein Musiker an seinem Instrument verbringt und das nur, um ein Stück perfekt zu beherrschen. Bei einer durchschnittlichen Übephase von zwei bis drei Stunden am Tag wäre es auf das Jahr umgerechnet 1000 Stunden. Ich frage mich oft, ob es denn nicht eine sinnvollere Betätigung, als das Musizieren gibt.

Und meine Antwort lautet: Nein, nicht unbedingt! Allein die Vorstellung, dass es Musik überhaupt gibt, mag falsch sein. Denn Musik ist nichts fassbares oder materielles. Nur ein Teil des Gehirn ist dafür zuständig, dass wir Musik als Musik überhaupt wahrnehmen. Wir haben es hier mit etwas spirituellem, geistlichem zu tun.

Und das ist gerade der Punkt über dem i. Musik schafft das, was die Sprache nie schaffen kann. Es ist ein Ausdruck von Emotionalität und Gefühlen. Allein Pythagoras sagte, dass man das Gleichgewicht zwischen Musik und sportlicher Betätigung schaffen sollte. Musik ist etwas für die Seele.

Eine ganz andere Sichtweise der Musik erhält man, wenn man über die Natur nachdenkt und Charles Darwins Evolutionstheorie hinzunimmt. Ein musikalischer Mensch, egal ob Frau oder Mann, weckt bei dem anderen Geschlecht an Interesse.

Doch auch mit Musik kann man auf eine besondere Art kommunizieren. Mit der Sprache kann man nicht alle Menschen erreichen, man muss die jeweilige Sprache kennen. Das ist bei Musik nicht der Fall. Musik kann von jedem empfangen und ausgedrückt werden.

Fest steht: Wer Musik lebt und Musik liebt, der hat einen Zugang zu einer ganz besonderen Welt.

22.02.2010

Frédéric Chopin wird 200 Jahre alt

Am 22. Februar (oder am 1. März, man weiß es nicht genau) vor 200 Jahren, also 1810, wurde Frédéric Chopin in Zelazowa-Wola (Warschau) geboren. Frédéric Chopin ist der Meister der romantischen Klaviermusik. Er komponierte zunehmend Salonmusik, jedoch nicht abwertend gemeint. Sein Ausdruck der Gefühle ist besonders stark.

Es ist allein schon ein Wunder, wieviel Emotionen die 24 Préludes von Chopin beinhalten. Jedes einzelne Prélude gleicht einem kurzen Gedicht, das mit fantastischer Emotionalität gespickt ist. Man muss nur die Balladen nennen, die 24 Etüden, die Nocturnes und Mazurkas und schon begibt man sich in die Welt des Frédéric Chopins. Doch auch die Sonaten zählen zu seinen Meisterwerken. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus seinem Schaffen. Er hat noch viel mehr geschrieben.

Chopin hat die pianistische Technik und Stilistik revolutioniert. Deswegen schenke ich ihm diesen Beitrag. Happy Birthday, Chopin!

22.02.2010

Gewinnerin des vierten Prix du Piano

Dinara Klinton, eine Ukrainerin, hat im Kursall Bern den Prix du Piano gewonnen. Der Wettbewerb wurde vom Festival Interlaken Classics durchgeführt. Zweiter wurde der Russe Denis Kozhukhin. Als Jury amtete das Saalpublikum.

Der erste Preis des vom in Paris lebenden Marian Rybicki künstlerisch geleiteten Wettbewerbs ist mit 10′000 Franken dotiert, der zweite mit 5000 Franken.

22.02.2010

Hanon – Der Klaviervirtuose – Wie nützlich ist er?

Das Heft beinhaltet Übungen zur Fingerfertigkeit. Hanon Charles Louis hat sie in seinem Notenbuch “Der Klaviervirtuose” zusammengetragen. Doch wie nützlich sind diese Übungen?

Viele sagen, es ist Zeitverschwendung. Andere klagen darüber, dass sie Schmerzen in den Händen davon bekommen. Wiederum andere sagen, dass diese stupiden Übungen der Musikalität schaden, weil sie sehr einfach gestrickt sind.

Doch es gibt auch positive Aspekte, wenn man Hanons Übungen macht. Man lernt, Fingerkombinationen zu nutzen. Diese sind besonders für Bachs Werke von Bedeutung. Durch das Erlernen dieser Fingerkombinationen fällt es leichter später darauf zuzugreifen.

Weiterhin wird der schwache vierte und fünfte Finger trainiert. Wer mal die Figur C – E – G – A – G – A – G – E wiederholt mit dem Fingersatz 1 – 2 – 4 – 5 – 4 – 5 – 4 – 2 spielt, wird merken, dass es bei dem vierten und fünften Finger hackt. Hanon trainiert diese Finger.

Trotz allem sollte man diese Übungen nicht übertreiben. Es gibt haufenweise andere Stücke und Etüden, an denen man seine Fingerfertigkeit üben kann.

21.02.2010

Mentales Training für Musiker

Dieses Buch beschäftigt sich mit dem Mentalen Training. Wie ich bereits im Artikel Mentales Üben am Klavier deutlich gemacht, wie man an das mentale Üben rangeht, wirft dieses Buch noch weitere Aspekte auf. Hier der Klappentext:

Was bei Sportlern schon seit langem wie selbstverständlich zum Training gehört, setzt sich bei Musikern erst langsam durch: Mentales Training als ein Weg zum konzentrierten Üben und Lernen von Bewegungen, Klängen und Rhythmen. Renate Klöppel, die erfahrene Ärztin und Musiklehrerin, hat ihre Erfahrungen mit dem Mentalen Training in einem leicht verständlichen und praktisch gut nutzbaren Buch zusammengestellt. Zwei gleichberechtigte Schwerpunkte hat es: zum einen die Darstellung von Mentalem Training als neue Übetechnik zum leichten und sicheren Lernen von Musizierbewegungen und komplexen musikalischen wie rhythmischen Sachverhalten, zum anderen den Abbau von Vorspielängsten mit dem Ziel, Sicherheit und Selbstvertrauen in Prüfungs- und Konzertsituationen zu erlangen. Musikern aller Instrumente und Sängern ist mit diesem Buch eine gute Anleitung an die Hand gegeben, wie man sich schon im Vorfeld von “kritischen” Auftritten mit seinen eigenen Ängsten und Befürchtungen auseinandersetzen kann. Es sollte seinen festen Platz nahe dem Notenregal finden.

20.02.2010

Deutscher Kulturpreis für Daniel Barenboim

Daniel Barenboim erhielt am Freitag den Deutschen Kulturpreis. Der Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden, Pianist und Dirigent erhielt die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung für sein musikalisches Lebenswerk.

Die Laudatio hielt der Musikkritiker Joachim Kaiser, der insbesondere die künstlerische Lebensleistung als auch die Verdienste des Preisträgers im Friedensprozess im Nahen Osten hervorhob.

19.02.2010

Igudesman & Joo

Wer sie noch nicht kennt, der muss sie unbedingt kennen lernen. Sie sind das witzigste Duo, das ich je gesehen habe. Besetzt ist das Duo durch den russischen Violinisten Aleksey Igudesman und den koreanischen Pianisten Richard Hyung-ki Joo. Sie kombinieren klassische Musik mit einer unpassenden, aber witzigen Art und bringen den Zuhörer zum lachen.

Bei Youtube gibt es zahlreiche weitere Videos: Igudesman & Joo

19.02.2010

Rückenschmerzen beim Klavier spielen

Es gibt einen einfachen Trick, um beim Üben gegen Rückenschmerzen vorzubeugen. Man kann einfach zwei Bücher unter die hinteren Stuhlbeine stellen, sodass das die Klavierbank etwas geneigt ist. Wie es gemeint ist, ist auf dem Bild rechts abgebildet. Dadurch wird die Wirbelsäule entlastet.

Solche rückenergonomische Stühle, die man individuell einstellen kann, können auch gekauft werden, allerdings ist der Preis sehr hoch. Zwei Bücher sind da preislich gesehen ein großer Unterschied.

Eine andere Ursache für Rückenschmerzen am Klavier, ist die falsche Sitzhaltung. Siehe dazu den Artikel Die richtige Haltung am Klavier.

18.02.2010

Das Klavier zum Singen bringen

Da Musik allgemein dem Singen entspringt, stellt sich häufig die Frage, wie man ein Klavier zum Singen bringen kann. Anders, als bei anderen Instrumenten, etwa Streicher- oder Bläserinstrumenten, kann man den Ton am Klavier nur wenig manipulieren. Sobald der Ton angeschlagen ist, kann man ihn nicht mehr verändern.

Die ganze Problematik ist aber wieder nur Kopfsache. Wenn man sich eine Melodie innerlich gesanglich vorstellen kann, fällt es meist nicht mehr schwer gesanglich auf dem Klavier zu spielen, es sei denn, man kann seine Vorstellung vom Klang nicht umsetzen.

Deswegen ist es besonders hilfreich einfach die Melodie mitzusingen, um sich eine Vorstellung zu machen, wie die Melodie klingen soll. Wenn man anders denkt, spielt man auch anders. Später kann man die Melodie innerlich mitsingen, also ohne den Mund aufzumachen. Doch man sollte auch beachten, dass während der Ton schon erklungen ist, man ihn immer noch imaginär im Kopf manipulieren kann.

Einen weichen Ton bekommt man, wenn man leise spielt. Hier ist auch noch ein entscheidender Punkt zu beachten: Wenn ein Ton leise erklingt, kommt er dem Zuhörer länger vor, als wenn man ihn laut anschlägt. Das ist deswegen so, weil ein lauter Ton schneller verklingt.

Wichtig ist auch, die Melodie von den Begleitstimmen zu trennen. Die Melodie muss einen deutlichen, tragenden Charakter haben und sich vom Rest absetzen.

Wie man ein Klavier zum Singen bringt, beschreibt auch der Pianist Garrick Ohlsson in seinem Artikel: How to Make a Piano Sing.

17.02.2010

Joyce Hatto und ihre Lüge

Wie ich eben auf Welt Online über den großen Klavier-Schwindel gelesen habe, hat die britische Pianistin Joyce Hatto ihre Einspielungen nicht alle selbst aufgenommen. Der Erfolg ihrer 120 CDs (seit 1989) wurde von den internationalen Musikkritikern hochgelobt, doch der Schwindel flog ein paar Monate nach ihrem Tod im Jahre 2006 auf.

So wurden Einspielungen von Andsnes, Ashkenasy, Bronfman, Hamelin Kissin und Ingrid Haebler elektronisch aufgefrischt und als Hatto-Aufnahmen erfolgreich vermarktet. Ende Februar 2007 gestand der Ehemann, die Aufnahmen fremder Pianisten unter dem Namen seiner Frau veröffentlicht zu haben. Sie habe von der Aktion ihres Mannes nichts gewusst.

16.02.2010
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