5 Tipps gegen Podiumsangst oder Lampenfieber
Bei Vorspielangst oder Lampenfieber beschleunigt sich der Puls, die Hände werden feucht und fangen an zu zittern, der Mund wird trocken, ein Engegefühl in der Brust macht sich breit. Angst bedeutet ein Engegefühl, aus dem lateinischen angustus = eng. Das Denken verändert sich, es tauchen Überlegungen auf, was alles schief gehen könnte oder schlechte Erinnerungen kommen hoch.
Anstatt sich auf die Musik zu konzentrieren, verteilt sich die Aufmerksamkeit auf die Angst mit einem hohen prozentualen Anteil. Die Angst zu bekämpfen ist der falsche Weg, doch den Umgang damit zu lernen ist der Richtige.
Die Ursachen der Podiumsangst bilden sich aus den individuellen Erfahrungen. Da wären zum Beispiel die Erwartungen unserer Eltern, die Erinerrung an die Schule mit der Pflicht, gute Leistungen zu erbringen, das Erlebnis etwas darstellen zu wollen und dabei ausgelacht zu werden. Durch solche Erfahrungen sammeln sich die negativen Gedanken.
Ich darf niemals einen Fehler machen.
Wenn ich einen Fehler mache, werde ich ausgelacht.
Es ist schlecht, wenn ich nicht anerkannt werde.
Man kann gegen diese Podiumsangst, bzw. Lampenfieber erfolgreich vorgehen durch folgende Aspekte:
- positive Gedanken fördern
- Angstphantasien vermeiden
- Entspannungstechniken anwenden
- Konzentration üben
- Vorstellen der Vorspielsituation
Positive Gedanken fördern
Anstatt die negativen Gedanken zu häufen, werden diese nun durch positive Gedanken ersetzt. Anstatt zu denken
Ich schaffe es nicht.
könnte dieser Gedanke durch folgenden ersetzt werden:
Es hat schon fünfzig mal geklappt, also wird es auch diesmal klappen.
Angstphantasien vermeiden
Manche Spieler häufen ihre Ängste und die Gedanken werden noch schlimmer. Diese Gedanken drehen sich im Kreis, es entsteht ein Teufelskreis. Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, kann man seine negativen Gedanken zu Ende denken.
Ich werde mich verspielen.
Was passiert, wenn ich mich verspiele?
Man wird mich auslachen.
Wird man mich wirklich auslachen?
Nein. Es kann sogar sein, dass niemand den Fehler bemerkt.
Entspannungstechniken anwenden
Entspannungstechniken förden einen entspannten Zustand, sie lösen die Angst. Wer Entspannungstechniken sicher beherrscht, ist häufig in der Lage, vor einem der sogar noch während des Konzertes eine die Konzentration behindernde geistige Überregung abzubauen. Hierzu seien die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen und das autogene Training zu nennen.
Konzentration üben
Beängstigende Gedanken haben keinen Platz mehr, wenn sich die Konzentration ausschließlich auf die Musik richtet. Auch die Konzentration beim Üben muss geübt werden, damit später beim Auftritt die Gedanken nicht abschweifen und man plötzlich wieder auf die Angst gerichtet ist.
Hierzu ist das mentale Üben ein wichtiger Aspekt. Das mentale Üben ist eine hervorragende Möglichkeit, die Konzentration zu schulen. Es reicht nicht allein aus, sich zu sagen, dass man jetzt konzentriert ist. Man muss konzentriert sein und nicht nur denken, dass man sich jetzt in dem Moment konzentriert.
Vorstellen der Vorspielsituation
Manchmal kann es auch hilfreich sein, sich den Vorspielraum vorzustellen, bevor man ein Stück übt. Dort neben mir sitzt das Publikum, das Klavier steht dort, der Raum ist so und so groß, usw… Es ist auch hilfreich sich vorzustellen, wie die Hände zittern oder die Muskeln mehr angespannt werden. Diese Situation ist dann vor Publikum nicht mehr so stressig, als dass man ohne Vorbereitung losspielt.
Verwandte Artikel:
- Tipps zum Vom-Blatt-Spielen (Prima-Vista)
- Die Rolle der Atmung beim Klavier spielen
- Macht Klavier spielen intelligent?
- Wie spielt man musikalisch, oder: Wie praktiziert man Musik?
- Mentales Üben am Klavier
Tags: Klavier, Klavier spielen, Klavier üben, Musikpraxis, Wissen
18.02.2010 um 12:24
Sehr gute und nützliche Tipps. Damit kann man echt die Podiumsangst überwinden.